Martin Audio unterstützt Shakespeare
Ein Bericht von Matthias Schuler
Briten in Langenthal - Martin Audio unterstützt Shakespeare
«Die lustigen Weiber von Windsor» brauchen Verstärkung, da kommt das Martin Audio WPM Array im richtigen Moment.
Bild © Peter Wäch, Plattform J
«The Merry Wives of Windsor»
Ursprünglich schrieb William Shakespeare «The Merry Wives of Windsor» als Theater, 252 Jahre später komponierte Otto Nicolai daraus eine Oper auf Deutsch. Weitere 177Jahre vergingen, bis im Juni 2026 die Erlebnisoper Langenthal das Stück aufführte.
Die alte Ofenhalle der Porzi
WPM ins Publikum II
(Porzellanfabrik) stellt die beeindruckende industrielle Kulisse zur Verfügung, aber auch die entsprechende akustische Herausforderung. Der lange, basilikaartige Bau mit Betonskelett, Satteldach und harten Oberflächen soll seine Optik weitgehend erhalten, trotzdem will das Publikum in den aufsteigenden Sitzreihen der Tribüne der Handlung folgen können.
Während das Camerata 49 Orchester sowie der Chor die Ofenhalle füllen – hier sei erwähnt, dass sie sich als akustisch erstaunlich operntauglich erwiesen hat – die Solistinnen und Solisten brauchen Unterstützung, genauso wie der Erzähler. Sie sollen möglichst gleichmässig, bis zuhinterst, verstanden werden – soweit dies bei einer Oper überhaupt gewünscht und möglich ist.
Ein gewohntes Stereosetup kommt hier nicht in Frage
Technisch betreut wird die Erlebnisoper durch X-Light & Sound, beheimatet ebenfalls in Langenthal, ganz in der Nähe.
Für sie war klar, ein gewohntes Stereosetup kommt nicht in Frage. Wer weiter rechts sitzt, hört die Stimmen von rechts und umgekehrt. Nur wenige Plätze entlang der Mittelachse würden SolistInnen und Erzähler als virtuelle Schallquelle zentral von der Bühne wahrnehmen. Durch die langgezogene Halle braucht auch kein Stereobild erzeugt zu werden.
WPM im Spotlight
Die Lösung ist ein Centerarray, nichts weiter, mono, wie jede Stimme für sich auch mono ist. In der Folge lokalisiert das gesamte Publikum Gesang und Sprache aus dem Zentrum.
Und die Sicht bleibt frei auf die beiden Balkone links und rechts, auf denen sich ein Teil der Handlung abspielt.
Die Bedeutung von Präzision bei Wavefront Precision Arrays
Jetzt kommt Martin Audio mit den Wavefront Precision Arrays ins Spiel. Für reine Stimmwiedergabe reicht das kleinste, das WPM (2-Weg passiv mit 2x 6.5 Zoll und 3x 1.4 Zoll). Zwölf davon als Center erscheinen völlig überdimensioniert. Doch durch die physische Länge, kombiniert mit der Berechnung der Display-Software, lässt sich der Schall genau dorthin bündeln, wo er hin soll - mit mehr Elementen umso präziser und bis zu tieferen Frequenzen. Andere Hersteller nennen das Beamsteering, Martin Audio mit ihrem britischen Understatement schlicht «Optimierung».
Der Pegelunterschied zwischen der vordersten und der hintersten Reihe lässt sich aufs dB (!) genau definieren. Auch der Frequenzgang und damit der Klang variieren minimal.
Genauso wichtig für die Sprachverständlichkeit in dieser Halle ist die Möglichkeit, zu definieren, wo der Schall nicht hin darf. Zum Beispiel ins schallharte Satteldach, aber auch auf die Bühne und in den Orchestergraben. Diese patentierte Funktion nennt sich «Hard Avoid» und senkt den Pegel um bis zu 30 dB gegenüber dem Zuschauerbereich. Entsprechend weniger kommt von oben zeitverzögert zurück.
DISPLAY 3 Software
Mein Eindruck aus dem Publikum
Mehrmals konnte ich mich während der Vorstellung hinten unters Publikum mischen und «Die lustigen Weiber» verfolgen. Die Techniker von X-Light haben den Balanceakt der Verstärkung sauber gemeistert, so dass kaum erkennbar war, ob oder dass Lautsprecher mitspielen. Solistinnen und Solisten wie auch der Sprecher waren ganz natürlich präsent, verständlich und klar.
Niemand erwartet, im Tutti jedes Wort zu verstehen. Das soll im Ganzen eingebunden sein und verschmelzen.
In meinen Ohren eine gelungene Vorstellung mit dezentem Einsatz moderner Technik, welche unauffällig unterstützt.
Dies meine subjektive, möglicherweise schöngefärbte Meinung dazu.
WPM mit Publikum
Und was sagt Regisseur Simon Burkhalter?
Regisseur Simon Burkhalter, Bild ©Bühnen Bern
Neben den lustigen Weibern von Windsor hat er in seiner Karriere rund 50 weitere Inszenierungen als Regisseur verantwortet. In Langenthal sprang er zusätzlich während mehrerer Abende als Solist ein, kann somit aus mehreren Perspektiven urteilen. In seiner langen Erfahrung hätten sie schon in mehreren Produktionen versucht, die Stimmen zu verstärken.
Aber: «Dies war das erste Mal, dass es wirklich funktionierte», darf ich ihn zitieren.
Ohne zu wissen, was Martin Audio mit der Display Software genau macht, hat er die gleichmässige Verteilung auf jedem Platz gelobt. Das Ergebnis sei sehr erfreulich und überraschend gelungen.
Gerne wieder, X-Light & Sound und Martin Audio sind bereit.
Martin Audio unterstützt Shakespeare



